Complex of Tensions - Jasco Viefhues
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Complex of Tensions - Jasco Viefhues

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Performance von Jasco Viefhues

Zwei begegnen sich. Blicke kreuzen, in den Augen haften bleiben; während die Körper den Rückzug antreten. Wie frei sind wir? Zwei Schwarze Männer* begegnen sich. Führen die Erfahrungen von Gewalt und Zurichtung, die wir Geschichte nennen, dazu, dass sich diese Männer* abstoßen? Oder verweben sie sich miteinander zu einer neuen Kraft? Im Spannungsfeld dieser Körper muss etwas entstehen. Ob die freigesetzte Energie zerstört oder heilt? Bilder Schwarzer Männlichkeit lassen keinen Raum für Zukunft. Mit tänzelnden Schritten suchen die Männer* im Kampf die Schwingung des Anderen, die Auflösung des Panzers und des geschützten Ichs.

Der Filmregisseur, Videokünstler und Theatermacher Jasco Viefhues arbeitet seit mehreren Jahren aus queerer Perspektive zu Themen wie experimenteller Erinnerungskultur und Schwarzer Männlichkeit, zuletzt dramaturgisch für Bishop Blacks Performance Becoming my body im Mai 2019 am Ballhaus Naunynstraße.

Den Ausgangspunkt für Complex of tensions, für Jasco Viefhues Debut im Theater als Regisseur, bilden Interviews mit in Berlin lebenden queeren Schwarzen Männern*. Ihre Erfahrung, ihre Geschichten, ihre Widerstände bilden das zugrundliegende Geflecht.

Die Ordnungen von Geschlecht und Hautfarbe, von Gender und Race, sind soziale Konstrukte. Schwarze Männlichkeit ist ein gesellschaftliches Produkt, ein „Extrem“, durch das die Gesellschaft ihre Hierarchie und Normen figuriert. Und doch wird mit voller reaktionärer Wucht daran gearbeitet, die historischen und halluzinatorischen Hierarchien der Privilegierung und Verwertung aufrechtzuerhalten – die Zeiten sind brutal. Und so fehlen positive Bilder, Vorbilder. Complex of tensions ist die künstlerische Reflexion und performative Entwicklung selbstbestimmter Schwarzer Männlichkeiten, eine dringliche Intervention.


Autor/ Regie: Jasco Viefhues
Dramaturgie: Mmakgosi Kgabi
Bühnenbild: Marian Nketiah
Kostüm: Andreina Vieira dos Santos
Musik/ Performance: Eurico Ferreira Mathias
Lichtdesign: Emilio Cordero Checa
Choreografie Mitarbeit: Kysy Amarante Fischer
Performance/ Schauspiel: Aloysius Itoka, Ronni Maciel


Jasco Viefhues
Jasco Viefhues ist seit 2001 im Bereich Neue Medien, Design und Film tätig. Er war Studienstipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung und von 2005 bis 2017 Student an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) im Fach Regie.
Mit dem Kurzfilm „Kafarnaum“ war er 2010 für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert und feierte mit seinem Kurz-Dokumentarfilm “Internal Body Shots“ Premiere auf der 64. Berlinale 2014. Im Sommer 2019 fand die Premiere seines ersten abendfüllenden Dokumentarfilms über Jürgen Baldiga „Rettet das Feuer“ bei den Münchener Filmfestspielen 2019 in der Sektion Neues deutsches Kino statt. Seit 2016 erweitert er sein künstlerisches Repertoire um die Arbeit als Theater-Dramaturg, Workshop-Leiter und Videokünstler am Theater Ballhaus Naunynstraße in Berlin. „Complex of tensions“ ist sein Theaterdebut als Regisseur.
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